
Die Bockerlbahn.
Ein Relikt aus vergangenen Zeiten und ein Zeugnis der Industriegeschichte dieser Region — kein touristisches Unterfangen, sondern ein Denkmal.
Ihr Name kommt von den Bockerln — kleinen, mit Torf beladenen Loren, die auf Schienen gezogen wurden.
Die Bockerlbahn entstand in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts und brachte den Torf aus dem Feld dorthin, wo er gebraucht wurde: zu den Öfen von Glashütte und Ziegelei, später ins Torfwerk.
Heute erinnert eine 400 Meter lange Rundstrecke bei der Schutzhütte an die alte Torfbahn. Mehrmals im Sommer fährt sie mit originalen Loks und offenen Torfwagen, die für Fahrgäste umgebaut wurden – am bekanntesten ist der Tag der Natur Ende August.

Vom Stich
bis in den Ofen.
Die Bahn war kein Verkehrsmittel, sondern ein Glied in einer Kette. Ohne sie hätte der Torf die Öfen nicht in der nötigen Menge erreicht.
Stechen
Von Hand, ab dem Josefitag. Die feuchten Wasen wogen ein Vielfaches des trockenen Torfs.
Trocknen
Über den Sommer und Herbst im Feld aufgeschlichtet, bis der Wassergehalt weit genug gesunken war.
Einlagern
Im Herbst brachte die Bockerlbahn die getrockneten Wasen in die großen Torflager bei den Öfen.
Verfeuern
Von dort ging es nach Bedarf zu den Schmelzöfen der Glashütte und den Brennöfen der Ziegelei — das ganze Jahr, ohne Unterbrechung.
Die Bahn in Zahlen
Nach dem Krieg: dieselbe Bahn, anderer Zweck
Nach dem Zweiten Weltkrieg fräsen die Stickstoffwerke Linz große Flächen maschinell ab. Der Torf wird nicht mehr verfeuert, sondern zu Gartenerde verarbeitet — und fährt weiterhin mit der Bockerlbahn, jetzt zum Werk nach Zehmemoos.
Der Abbau reicht stellenweise bis auf den Lehmuntergrund. Ende Juni 2000 fährt der letzte Torfzug, im selben Jahr endet der Abbau. Zurück bleibt eine wüstenähnliche Landschaft. Was heute dort wächst, wächst auf einem Boden aus zweiter Hand.
Wo sie heute steht
Station 13 des Moorerlebnisweges führt direkt zur Rundstrecke. Zwischen den Fahrtagen steht die Bahn still.
Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.
Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.


