30. AugustSonntag Tag der Natur 2026 · Bockerlbahn Bockerlbahn, naturkundliche Führung und Verpflegung bei der Vereinshütte — 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei Mehr dazu
Moor-Knigge

So leise, so schön.

Ein Moor verzeiht wenig. Wie Sie das Gebiet erleben, ohne es zu belasten — und wie Sie herkommen.

Moor-Knigge

So leise, so schön.

Ein Moor verzeiht wenig. Acht Regeln, mit denen Sie das Gebiet erleben, ohne es zu belasten.

Auf den Wegen bleiben

Die Oberfläche eines Moores täuscht. Markierte Wege verlaufen auf sicherem Untergrund – abseits davon droht Einsinken.

Pflanzen nicht berühren

Manche Moorpflanzen brauchen Jahrzehnte, um sich von einer Beschädigung zu erholen. Bewundern ja, anfassen nein.

Offene Wasserflächen meiden

Moorbecken sind oft deutlich tiefer, als sie aussehen. Betreten Sie sie nie – auch nicht am Rand.

Vorsicht bei Nebel

Dichter Nebel und Dämmerung erschweren die Orientierung erheblich. Bei schlechter Sicht besser umkehren.

Festes Schuhwerk

Robuste, wasserfeste Schuhe oder Gummistiefel. Turnschuhe und Sandalen bleiben im Schlamm stecken.

Müll wieder mitnehmen

Was Sie hereintragen, tragen Sie bitte auch wieder hinaus. Das Ökosystem verzeiht wenig.

Leinenpflicht & Wegegebot

Im gesamten Gemeindegebiet gilt Leinenzwang, im Europaschutzgebiet zusätzlich das Wegegebot.

Im Notfall ruhig bleiben

Sollten Sie stecken bleiben oder sich verirren: ruhig bleiben und über das Handy Hilfe rufen.

Im Jahreslauf

Vier Jahreszeiten,
vier Aufgaben.

Moorpflege richtet sich nicht nach dem Kalender, sondern nach Wasserstand, Frost und Blütezeit. Was wann ansteht — und wann sich ein Besuch besonders lohnt.

FrühlingMärz bis Mai
  • Am Josefitag, dem 19. März, begann früher das Torfstechen — vorher war der Boden gefroren. Der Verein hält die Tradition am Schautorfstich lebendig.
  • Die Amphibien wandern zu den Laichgewässern. Frösche, Kröten und Molche sind unterwegs.
  • Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter — die eindrucksvollste Zeit für eine Moorwanderung.
  • Der Verein beteiligt sich an der Ortssäuberung der Gemeinde und hängt Fledermauskästen auf.
SommerJuni bis August
  • Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
  • Mehrere Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, einen eingewanderten Neophyten. Dort, wo seit Jahren regelmäßig gearbeitet wird, geht der Bewuchs spürbar zurück.
  • Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
  • Ende August der Tag der Natur mit Rundfahrten der Bockerlbahn und naturkundlicher Führung.
HerbstSeptember bis November
  • Späte Mahd der Streuwiesen — und vor allem: das Mähgut wird abtransportiert. Nur so bleiben die Flächen mager und artenreich.
  • Baggerarbeiten bei trockenem Boden: Tümpel werden entschlammt, neue Flachgewässer angelegt.
  • Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
  • Im Spätherbst die Jahreshauptversammlung mit Tätigkeits- und Kassabericht.
WinterDezember bis Februar
  • Frost macht die nassen Flächen tragfähig — dann geht Arbeit, die sonst unmöglich ist.
  • Im Jänner 2026 zum ersten Mal seit 2009: 102 Stunden Einsatz auf dem Eis, Schilfmahd und Entschlammung.
  • Das geschnittene Schilf wird an den Ufern aufgeschlichtet. In den Haufen entsteht Verrottungswärme — Brutplätze für Ringelnattern.
  • Rückschnitt der Kopfweiden, Reparatur von Geräten und Moorraupe.
Anfahrt & Kontakt

Hierher kommen Sie.

  • StartpunktKindergarten Bürmoos (P1) – öffentliche Parkplätze direkt vor Ort
  • AlternativParkplätze hinter dem Gemeindezentrum (P2)
  • MarkierungGrüne Punkte, orange Route auf der Übersichtskarte
  • Wegzeiten2,8 km zur Schutzhütte (1 h) · Rundweg 2,0 km (50 min) · gesamt 7,6 km (ca. 3 h)
  • BegehbarkeitIn der Regel ganzjährig gut begehbar. Das Betreten erfolgt auf eigenes Risiko.
  • HundeLeinenzwang im gesamten Gemeindegebiet, Wegegebot im Europaschutzgebiet
  • AdresseTorferneuerungsverein Bürmoos, c/o Reinhard Kaiser, Von Meittinger Gasse 17, 5111 Bürmoos
  • Kontakt+43 6274 4718 · kontakt@torferneuerungsverein.at
Übersichtskarte · zum Vergrößern klicken Route öffnen
Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Über das Formular auf dieser Seite oder formlos per E-Mail. Der Jahresbeitrag beträgt 12 Euro. Sie entscheiden selbst, ob Sie aktiv bei Arbeitseinsätzen mitwirken oder den Verein unterstützend begleiten möchten.

Sie unterstützen die Renaturierung direkt und erhalten regelmäßig unser Vereinsmagazin, den Torfkurier, mit allen Neuigkeiten aus dem Moor. Dazu kommen Einladungen zu Führungen, Vorträgen und Mitgliederaktionen.

Vom Kindergarten Bürmoos bis zur Schutzhütte sind es rund 2,8 km (etwa 1 Stunde). Der Moorerlebnis-Rundweg im Schutzgebiet misst 2,0 km (etwa 50 Minuten). Hin- und Rückweg zusammen ergeben rund 7,6 km, also etwa 3 Stunden. Der Rückweg führt über dieselbe Strecke.

Die Bockerlbahn ist in erster Linie ein Industriedenkmal, keine touristische Attraktion. An der Schutzhütte erinnert eine 400 Meter lange Rundstrecke an die alte Torfbahn – sie wird mit originalen Loks und adaptierten Torfwagen mehrmals im Sommer in Betrieb genommen, etwa am Tag der Natur.

Direkt beim Kindergarten Bürmoos (P1) als Startpunkt des Lehrpfades, alternativ auf den Parkplätzen hinter dem Gemeindezentrum (P2). Die Route ist durchgehend mit grünen Punkten markiert.

Ja, an der Leine. Im gesamten Gemeindegebiet gilt Leinenzwang, im Natur- und Europaschutzgebiet zusätzlich das Wegegebot. Beides schützt bodenbrütende Vögel und störungsempfindliche Arten.

Ja. Der Verein führt regelmäßig Moorführungen für die breite Öffentlichkeit durch, meist geleitet von Obmann und Naturführer Reinhard Kaiser. Termine kündigen wir unter „Aktuelles“ und im Torfkurier an.

Weil Streuwiesen sonst verschwinden. Sie sind über Jahrhunderte durch späte Mahd entstanden. Bleibt das Mähen aus, kommen zuerst Sträucher, dann Wald — und die lichtbedürftigen Arten wie Knabenkräuter und Schwertlilien gehen verloren. Entscheidend ist, dass das Mähgut abtransportiert wird: Bliebe es liegen, würde es die Fläche düngen und genau den Nährstoffmangel beseitigen, von dem die seltenen Arten leben.

Eine eingewanderte Pflanze, die sich im Moor stark ausbreitet und heimische Arten verdrängt. Der Verein führt deshalb mehrere Einsätze pro Sommer durch — bei einer einzigen Aktion wurden mehrere zehntausend Pflanzen gezogen. In Bereichen, die seit Jahren regelmäßig bearbeitet werden, nimmt der Bewuchs deutlich ab.

Ende Mai stehen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter in voller Blüte — das ist die eindrucksvollste Zeit. Im Spätsommer färbt die Besenheide die Moorränder violett. Amphibien sind im zeitigen Frühjahr am aktivsten, Falter und Libellen im Hochsommer.

Der Weg verläuft eben, nennenswerte Steigungen gibt es nicht. Die Hauptstrecke vom Kindergarten zur Schutzhütte ist befestigt und mit Kinderwagen machbar. Der Moorerlebnis-Rundweg im Schutzgebiet ist naturbelassen und nach Regen weich — dort ist festes Schuhwerk nötig. Eine ausgewiesene Barrierefreiheit gibt es nicht.

Über eine Spende. Torferneuerungsverein Bürmoos, IBAN AT41 3503 0000 0103 3638, BIC RVSAAT2S030. Jeder Euro fließt in die Renaturierung, in Werkzeug und in die Öffentlichkeitsarbeit.

Kontakt

Schreiben Sie
uns.

Fragen zum Gebiet, zum Weg, zur Bockerlbahn oder zur Vereinsarbeit — schreiben Sie uns einfach. Wir arbeiten alle ehrenamtlich, neben Beruf und Familie: Eine Antwort kann deshalb ein paar Tage dauern.

Direkt erreichbar

Moorführungen für die Öffentlichkeit kündigen wir unter „Aktuelles“ und im Torfkurier an. Eigene Termine für einzelne Gruppen können wir nur nach Absprache und im Rahmen unserer ehrenamtlichen Möglichkeiten einrichten.

Nachricht

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Ein Millimeter im Jahr

Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.

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