
So leise, so schön.
Ein Moor verzeiht wenig. Wie Sie das Gebiet erleben, ohne es zu belasten — und wie Sie herkommen.
Diesen Monat
im Moor.
Das Moor sieht jeden Monat anders aus. Was gerade zu sehen ist, was der Verein tut, und ein Tipp für Ihren Besuch. Kommen Sie später, wählen Sie einfach Ihren Monat.

Jännerjetzt
Wenn der Frost trägt
- Zu sehen
- Raureif auf Heide und Schilf. In strengen Wintern frieren Gräben und Weiher so fest zu, dass sie tragen.
- Im Verein
- Arbeit auf dem Eis: Schilf mähen, Gewässer freilegen. Im Jänner 2026 kamen so 102 Stunden zusammen, zum ersten Mal seit 2009.
- Tipp
- Als Besucher das Eis nie betreten: Wie dick es ist, sieht man ihm nicht an.

Februarjetzt
Erste Lebenszeichen
- Zu sehen
- Die Weiden am Rundweg tragen Palmkätzchen. In milden Nächten wandern die ersten Frösche und Kröten zu ihren Laichtümpeln, auch der Kammmolch zeigt sich wieder.
- Im Verein
- Das gemähte Schilf wird an den Ufern aufgeschichtet. In den Haufen entsteht Wärme, im Frühjahr legen Ringelnattern dort ihre Eier ab.
- Tipp
- An sonnigen Tagen auf die ersten Falter achten: Kleiner Fuchs und Admiral saugen gern am Saft geknickter Birken.

Märzjetzt
Josefitag
- Zu sehen
- Die Amphibien sind unterwegs. Besonders der Springfrosch ist jetzt zu sehen, mit etwas Glück beim Sprung ins Wasser.
- Im Verein
- Am 19. März, dem Josefitag, begann früher die Torfstichsaison. Am Schautorfstich hält der Verein die alte Technik lebendig.
- Tipp
- Nach der Schneeschmelze ist der Rundweg weich: Gummistiefel oder feste, wasserfeste Schuhe.

Apriljetzt
Der Kuckuck ruft
- Zu sehen
- Der Kuckuck ist wieder zu hören. In den Tümpeln liegt der Laich, bald wimmelt es von Kaulquappen.
- Im Verein
- Torfstechen am Schautorfstich, die Ortsäuberung mit der Gemeinde und neue Fledermauskästen.
- Tipp
- Früh kommen: Die erste Stunde nach Sonnenaufgang ist die beste. Die Vögel singen, und es ist noch niemand unterwegs.

Maijetzt
Die schönste Zeit
- Zu sehen
- Ende Mai blühen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter. Dazu viele Vogelstimmen und reges Leben in den Weihern.
- Im Verein
- Meist um diese Zeit eine Moorwanderung mit naturkundlicher Führung. Die Termine stehen unter „Aktuelles“.
- Tipp
- Wer nur einmal im Jahr kommt, sollte Ende Mai kommen.

Junijetzt
Kinderstube im Wasser
- Zu sehen
- Hunderte Kaulquappen in den flachen Tümpeln, die ersten Libellen über dem Wasser.
- Im Verein
- In trockenen Jahren wird das Wasser knapp. Im Juni 2025 brachte ein Mitglied 5.000 Liter zu einem austrocknenden Molchtümpel.
- Tipp
- Am Molchtümpel direkt am Weg stehen bleiben und warten: Wer fünf Minuten still ist, sieht mehr.

Julijetzt
Falterzeit
- Zu sehen
- Falter und Libellen über den Streuwiesen: Kaisermantel, Distelfalter, Admiral, Schwalbenschwanz.
- Im Verein
- Einsätze gegen das Drüsige Springkraut, Pflanze für Pflanze von Hand gezogen.
- Tipp
- Ein Fernglas mitnehmen. Es ersetzt die Schritte, die ein Tier stören würden.

Augustjetzt
Heideblüte und Tag der Natur
- Zu sehen
- Die Besenheide färbt die Moorränder violett und ist eine wichtige späte Nektarquelle.
- Im Verein
- Ab 15. August wird gemäht. Ende August der Tag der Natur mit Bockerlbahn, Moorraupe und Führung.
- Tipp
- Der Tag der Natur ist der beste Tag für Familien: Dann fährt die Bockerlbahn.

Septemberjetzt
Mahd und neue Gewässer
- Zu sehen
- Libellen an den Tümpeln, mit Glück eine Bekassine, die aus der nassen Wiese auffliegt, und die ersten Pilze am Wegrand.
- Im Verein
- Das Mähgut wird abtransportiert. Bei trockenem Boden entstehen neue Gewässer, 2026 die Krickentenlacke im Rodingerwinkel.
- Tipp
- Am Weg ins Schutzgebiet liegt ein Biberbau. Achten Sie auf angenagte Stämme.

Oktoberjetzt
Zugvögel und Pilze
- Zu sehen
- Zugvögel rasten im Moor, im Moorwald wachsen Pilze auf dem liegenden Holz, und die Birken werden gelb.
- Im Verein
- Gehölzpflege, Freischneiden der Wege und Instandhaltung der Schautafeln.
- Tipp
- Vom gedeckten Beobachtungsstand am Großen Teich (Station 16) lassen sich Wasservögel beobachten, ohne sie aufzuscheuchen.

Novemberjetzt
Nebelzeit
- Zu sehen
- Nebel über den Flächen, kahle Birken. Mit Glück zeigen sich Bekassinen an den Lacken.
- Im Verein
- Bagger entschlammen die Amphibiengewässer, 2025 waren es zwölf in einer Woche. Ende November die Jahreshauptversammlung.
- Tipp
- Bei Nebel ist das Moor besonders schön. Bleiben Sie aber auf dem markierten Weg, die Orientierung fällt schwer.

Dezemberjetzt
Stille Zeit
- Zu sehen
- Raureif und manchmal Schnee. Darin zeigen sich die Spuren von Reh, Fuchs und Hase.
- Im Verein
- Rückschnitt der Kopfweiden. Nach Schneebruch werden die Wege freigeschnitten, wie im Dezember 2023 mit Motorsägen und Traktor.
- Tipp
- Nach schwerem Schneefall Vorsicht: Unter der Last brechen Äste und ganze Wipfel.
„O schaurig ist’s übers Moor zu gehn, wenn es wimmelt vom Heiderauche …“
Annette von Droste-Hülshoff, Der Knabe im Moor, 1842
Schaurig ist es heute nicht mehr, eher still. Unterschätzen sollte man ein Moor trotzdem nicht.
Acht Regeln.
Wenige Regeln, die viel bewirken: für das Moor und für Ihre eigene Sicherheit.
Auf den Wegen bleiben
Die Oberfläche eines Moores täuscht. Markierte Wege verlaufen auf sicherem Untergrund – abseits davon droht Einsinken.
Pflanzen nicht berühren
Manche Moorpflanzen brauchen Jahrzehnte, um sich von einer Beschädigung zu erholen. Bewundern ja, anfassen nein.
Offene Wasserflächen meiden
Moorbecken sind oft deutlich tiefer, als sie aussehen. Betreten Sie sie nie – auch nicht am Rand.
Vorsicht bei Nebel
Dichter Nebel und Dämmerung erschweren die Orientierung erheblich. Bei schlechter Sicht besser umkehren.
Festes Schuhwerk
Robuste, wasserfeste Schuhe oder Gummistiefel. Turnschuhe und Sandalen bleiben im Schlamm stecken.
Müll wieder mitnehmen
Was Sie hereintragen, tragen Sie bitte auch wieder hinaus.
Leinenpflicht & Wegegebot
Im gesamten Gemeindegebiet gilt Leinenzwang, im Europaschutzgebiet zusätzlich das Wegegebot.
Im Notfall ruhig bleiben
Sollten Sie stecken bleiben oder sich verirren: ruhig bleiben und über das Handy Hilfe rufen.
Hierher kommen Sie.
- StartpunktKindergarten Bürmoos (P1) – öffentliche Parkplätze direkt vor Ort
- AlternativParkplätze hinter dem Gemeindezentrum (P2)
- MarkierungGrüne Punkte, orange Route auf der Übersichtskarte
- Wegzeiten2,8 km zur Schutzhütte (1 h) · Rundweg 2,0 km (50 min) · gesamt 7,6 km (ca. 3 h)
- BegehbarkeitIn der Regel ganzjährig gut begehbar. Das Betreten erfolgt auf eigenes Risiko.
- HundeLeinenzwang im gesamten Gemeindegebiet, Wegegebot im Europaschutzgebiet
- AdresseTorferneuerungsverein Bürmoos, c/o Reinhard Kaiser, Von-Meittinger-Gasse 17, 5111 Bürmoos
- Kontakt+43 6274 4718 · kontakt@torferneuerungsverein.at
Gut zu wissen.
Die Bockerlbahn ist in erster Linie ein Industriedenkmal, keine touristische Attraktion. An der Schutzhütte erinnert eine 400 Meter lange Rundstrecke an die alte Torfbahn – sie wird mit originalen Loks und adaptierten Torfwagen mehrmals im Sommer in Betrieb genommen, etwa am Tag der Natur.
Ja. Der Verein führt regelmäßig Moorführungen für die breite Öffentlichkeit durch, meist geleitet von Obmann und Naturführer Reinhard Kaiser. Termine kündigen wir unter „Aktuelles“ und in der Moorpost an.
Ende Mai stehen Schwertlilien, Wollgras und seltene Knabenkräuter in voller Blüte — das ist die eindrucksvollste Zeit. Im Spätsommer färbt die Besenheide die Moorränder violett. Amphibien sind im zeitigen Frühjahr am aktivsten, Falter und Libellen im Hochsommer.
Der Weg verläuft eben, nennenswerte Steigungen gibt es nicht. Die Hauptstrecke vom Kindergarten zur Schutzhütte ist befestigt und mit Kinderwagen machbar. Der Moorerlebnis-Rundweg im Schutzgebiet ist naturbelassen und nach Regen weich — dort ist festes Schuhwerk nötig. Eine ausgewiesene Barrierefreiheit gibt es nicht.
Schreiben Sie
uns.
Fragen zum Gebiet, zum Weg, zur Bockerlbahn oder zur Vereinsarbeit — schreiben Sie uns einfach. Wir arbeiten alle ehrenamtlich, neben Beruf und Familie: Eine Antwort kann deshalb ein paar Tage dauern.
- kontakt@torferneuerungsverein.at
- +43 6274 4718
- Torferneuerungsverein Bürmoos
c/o Reinhard Kaiser
Von-Meittinger-Gasse 17
5111 Bürmoos
Moorführungen für die Öffentlichkeit kündigen wir unter „Aktuelles“ und in der Moorpost an. Eigene Termine für einzelne Gruppen können wir nur nach Absprache und im Rahmen unserer ehrenamtlichen Möglichkeiten einrichten.
Nachricht
Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.
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