Industriedenkmal

Die Bockerlbahn.

Ein Relikt aus vergangenen Zeiten und ein Zeugnis der Industriegeschichte dieser Region — kein touristisches Unterfangen, sondern ein Denkmal.

Ein Stück Industriegeschichte

Ihr Name kommt von den Bockerln — kleinen, mit Torf beladenen Loren, die auf Schienen gezogen wurden.

Die Bockerlbahn entstand in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts und diente dem Transport von Torf. In der Zeit der Glashütte brachte sie die getrockneten Wasen im Herbst in die großen Torflager bei den Öfen. Von dort gingen sie je nach Bedarf zu den Schmelzöfen der Glashütte und zu den Brennöfen der Ziegelei.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fräsen die Stickstoffwerke Linz große Flächen maschinell ab und verarbeiten den Torf zu Gartenerde. Auch dieser Torf fuhr mit der Bockerlbahn — zur Weiterverarbeitung ins Werk nach Zehmemoos.

Sie ist kein touristisches Unterfangen, sondern ein historisches Denkmal. Eine 400 Meter lange Rundstrecke in der Nähe der Schutzhütte erinnert an die alte Torfbahn. Sie wird mit originalen Loks und für den Personentransport adaptierten offenen Torfwagen mehrmals im Sommer in Betrieb genommen.

400 m Rundstrecke Mehrmals im Sommer Bei der Schutzhütte
Die Lokomotive Eva der Bockerlbahn, geschmückt zum Jubiläum
Unsere „Eva“ — eine der originalen Loks, mit denen die Rundfahrten gefahren werden. Sie ist seit 1941 im Einsatz.
0°C
Schmelztemperatur brauchten die Glasöfen. Erreicht wurde sie mit Gas aus vergastem Torf.
0
Torf wurden in Spitzenjahren gestochen — von Hand, von rund 600 Saisonarbeitern.
2000
endete der Frästorfabbau. Zurück blieb eine wüstenähnliche Landschaft.
Der Betriebsablauf

Vom Stich
bis in den Ofen.

Die Bahn war kein Verkehrsmittel, sondern ein Glied in einer Kette. Ohne sie hätte der Torf die Öfen nicht in der nötigen Menge erreicht.

1

Stechen

Von Hand, ab dem Josefitag. Die feuchten Wasen wogen ein Vielfaches des trockenen Torfs.

2

Trocknen

Über den Sommer und Herbst im Feld aufgeschlichtet, bis der Wassergehalt weit genug gesunken war.

3

Einlagern

Im Herbst brachte die Bockerlbahn die getrockneten Wasen in die großen Torflager bei den Öfen.

4

Verfeuern

Von dort ging es nach Bedarf zu den Schmelzöfen der Glashütte und den Brennöfen der Ziegelei — das ganze Jahr, ohne Unterbrechung.

Nach dem Krieg: dieselbe Bahn, anderer Zweck

Nach dem Zweiten Weltkrieg fräsen die Stickstoffwerke Linz große Flächen maschinell ab. Der Torf wird nicht mehr verfeuert, sondern zu Gartenerde verarbeitet — und fährt weiterhin mit der Bockerlbahn, jetzt zum Werk nach Zehmemoos.

Der Abbau reicht stellenweise bis auf den Lehmuntergrund. Als er im Jahr 2000 endet, bleibt eine wüstenähnliche Landschaft zurück. Was heute dort wächst, wächst auf einem Boden aus zweiter Hand.

Was heute noch fährt

Eine 400 Meter lange Rundstrecke in der Nähe der Schutzhütte erinnert an die alte Torfbahn. Sie wird mit originalen Loks und für den Personentransport adaptierten offenen Torfwagen mehrmals im Sommer in Betrieb genommen — der bekannteste Termin ist der Tag der Natur Ende August.

Station 13 des Moorerlebnisweges führt direkt dorthin. Zwischen den Einsätzen steht die Bahn still: Sie ist ein Denkmal, keine Attraktion.

Kalender

Termine.

Führungen, Arbeitseinsätze und der Tag der Natur. Kurzfristige Termine kündigen wir unter „Aktuelles“ und im Torfkurier an.

26
November

Jahreshauptversammlung 2026

Tätigkeitsbericht, Kassabericht, Neuwahlen und Ausblick — traditionell mit Musik und Jause.

19:00 Gemeindezentrum Bürmoos

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