
Ausgezeichnet als artenreichste Gemeinde Österreichs.
2010 wurde Bürmoos aus über 120 Bewerbern zur Gemeinde mit der größten Artenvielfalt gewählt. Ein Ausschnitt dessen, was hier lebt.
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Dazu kommen Amphibien wie Spring-, Gras- und Laubfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke sowie Kamm-, Berg- und Teichmolch – für den Kammmolch ist das Moor seit 2014 eigenes FFH-Schutzgebiet.
Wer hier lebt.
Vier Gruppen, die das Gebiet prägen — und an denen sich ablesen lässt, ob die Pflege wirkt.

Vögel
- Rohrweihe
- Ein Greifvogel feuchter, offener Landschaften. Männchen sind grau-braun, Weibchen dunkler und rötlicher. Sie brütet in Schilfgebieten und auf feuchten Wiesen und baut ihr Nest direkt auf dem Boden; während der Brutzeit versorgt das Männchen Weibchen und Junge. Durch Lebensraumverlust und Pestizideinsatz gefährdet — in ganz Österreich gibt es nur etwa 300 Brutpaare.
- Rohrdommel
- Lebt im Schilf und ist eine Meisterin der Tarnung: Bei Gefahr streckt sie sich senkrecht nach oben und verschwindet optisch im Röhricht. Ihr dumpfer Ruf trägt kilometerweit und klingt wie ein brüllendes Rind, im Volksmund heißt sie deshalb „Moorochse“.
- Wiesenpieper
- Ein kleiner Singvogel der offenen Flächen. Er brütet am Boden und ernährt sich von Insekten — und ist damit unmittelbar davon abhängig, dass die Wiesen spät gemäht werden.

Falter und Libellen
- Tagfalter
- Im Bürmooser Moor wurden unter anderem Kaisermantel, Distelfalter, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Schillerfalter, Landkärtchen, Aurorafalter, Zitronenfalter und Ochsenauge nachgewiesen.
- Die ersten im Frühjahr
- Schon an den ersten warmen Tagen im Spätwinter sind Falter unterwegs. Kleiner Fuchs und Admiral saugen dann gern den süßen Saft geknickter Birken, auch der Zitronenfalter fliegt früh.
- Libellen
- Sie nutzen die flachen Wasserflächen zum Ablaichen und Schilf und Moorvegetation als Ansitz. Jedes neu angelegte Flachgewässer ist damit unmittelbar auch ein Libellenlebensraum, zuletzt im September 2026 die Krickentenlacke im Rodingerwinkel.
- Jahre unter Wasser
- Bevor eine Libelle fliegt, lebt sie als Larve im Wasser, je nach Art oft mehrere Jahre, und jagt dort selbst. Bei Führungen zeigt der Verein solche Larven manchmal im Wasserglas.

Amphibien
- Frösche und Kröten
- Spring-, Gras-, Laub-, Teich- und kleiner Wasserfrosch sowie die Erdkröte. Der Springfrosch kommt besonders häufig vor. Auch die Gelbbauchunke ist zu finden: Ihr genügen schon kleine Pfützen und Gumpen.
- Molche
- Kamm-, Berg- und Teichmolch. Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen des Kammmolchs: Seit 2014 ist das Bürmooser Moor deshalb zusätzlich Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet.
- Ausgezeichneter Zustand
- Bei einer landesweiten Untersuchung wurden in Salzburg 144 Gewässer auf Kammmolche geprüft. In 76 lebten welche, 16 davon im Bürmooser Moor. Die Population hier ist eine von nur drei im Land mit ausgezeichnetem Erhaltungszustand.
- Wenn das Wasser fehlt
- Heiße, trockene Frühjahre lassen flache Tümpel schnell schrumpfen. Im Juni 2025 brachte ein Vereinsmitglied mit dem Druckfass 5.000 Liter Wasser aus der Gleislacke zu einem Molchtümpel am Rundweg und rettete so Hunderte Kaulquappen.

Pflanzen
- Torfmoose
- Die wichtigsten Pflanzen im Moor. Sie bilden die Torfschicht und halten das Wasser zurück — ohne sie gäbe es kein Moor.
- Sonnentau
- Fleischfressend, weil der Moorboden fast keine Nährstoffe hergibt. Er fängt Insekten und Kleintiere mit klebrigen Tentakeln.
- Wollgras
- Typisch für feuchte Wiesen und Moore. Die weißen, flaumigen Blütenstände sind unverwechselbar, und die Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
- Sumpf-Calla
- Calla palustris, auch Sumpf-Schlangenwurz. Bildet dichte Bestände mit herzförmigen Blättern und auffälligen weißen Hochblättern um eine gelbliche, kolbenartige Blüte. Durch menschliche Eingriffe gefährdet.
- Pfeifengras
- Eine hohe Grasart, die dichte Bestände bildet und für die Stabilität des Torfs wichtig ist.
- Moosbeere
- Klein und immergrün. Ihre roten Beeren werden von vielen Tieren gefressen, auch von Vögeln.
Auch für Kraniche ist das Moor ein wichtiger Lebensraum. Bitte beobachten Sie alle Arten vom Weg aus — Störungen während der Brutzeit können eine ganze Saison kosten.
Vier Lebensräume
auf engem Raum.
Die Artenvielfalt kommt nicht von einem einzigen Biotop, sondern vom Nebeneinander sehr unterschiedlicher Flächen — nass und trocken, offen und beschattet, alt und ganz jung.
Wasserflächen und Schilf
Aufgestaute Gräben, Tümpel und Lacken. Hier laichen Frösche, Kröten und Molche, hier jagen Libellen, und im Schilf brüten Rohrdommel und Rohrsänger. Allein im Herbst 2025 wurden zwölf Amphibiengewässer entschlammt und drei neue Flachgewässer angelegt.
Streuwiesen
Spät gemäht, nie gedüngt, Mähgut abgeführt. Diese Kargheit ist der Grund für den Artenreichtum: Knabenkräuter, Schwertlilien, Sumpf-Drachenwurz, Rohrkolben — und die Falter, die davon leben.
Moorwald
Fichten, Föhren, Birken und Latschen auf ehemaligen Torfstichen, mit hohem Alt- und Totholzanteil. Was liegen bleibt, wird Lebensraum: für Pilze, Käfer, Spechte und Fledermäuse.
RenaturierteFlächen Wo abgetorft wurde, beginnt das Moor von vorn. Wollgras und Torfmoos sind die ersten, die zurückkommen — sie zeigen an, dass der Wasserhaushalt wieder stimmt.
Wer wohnt wo?
Acht Bewohner, vier Lebensräume. Tippen Sie zuerst auf einen Bewohner und dann auf sein Zuhause. Die Beschreibungen weiter oben helfen.
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Auflösung
- Wasserflächen und Schilf: Rohrdommel, Kammmolch
- Streuwiesen: Schwertlilie, Knabenkraut
- Moorwald: Specht, Baumpilz
- Renaturierte Flächen: Wollgras, Torfmoos
Warum hier
gemäht wird.
Mähen im Schutzgebiet wirkt auf viele wie ein Eingriff. Tatsächlich sind Streuwiesen über Jahrhunderte durch die späte Mahd entstanden; ihr Schnitt war früher die Einstreu im Stall, daher der Name. Bleibt die Mahd aus, kommen erst Sträucher, dann Wald, und die lichtbedürftigen Arten verschwinden.
Und warum das Mähgut raus muss: zwei gleiche Wiesen, beide jeden Herbst gemäht. Der einzige Unterschied ist, was danach mit dem Schnitt passiert.
Mähgut bleibt liegen
Mähgut wird abtransportiert
Mehr sehen, weniger stören.
Früh am Morgen
Die erste Stunde nach Sonnenaufgang ist die beste. Vögel singen, das Licht ist flach, und es ist noch niemand unterwegs.
Vom Beobachtungsstand
Station 16 am Großen Teich ist gedeckt. Von dort lassen sich Wasser- und Singvögel beobachten, ohne sie aufzuscheuchen.
Stehen bleiben statt gehen
Wer sich fünf Minuten nicht bewegt, sieht mehr als auf einem Kilometer Weg. Tiere gewöhnen sich schnell an eine ruhige Silhouette.
Auf die Jahreszeit achten
Amphibien im Frühjahr, Falter und Libellen im Hochsommer, Zugvögel im Herbst. Blüte der Knabenkräuter: Ende Mai.
Fernglas statt Näherkommen
Ein Fernglas ersetzt zehn Schritte. Die zehn Schritte kosten das Tier unter Umständen die Brut.
Bei Nebel besonders schön
Aber nur auf dem markierten Weg — die Orientierung fällt im Nebel schwer, und die Wegränder täuschen.
Junge Triebe einer Föhre im Moorwald. Wer stehen bleibt und genau hinsieht, entdeckt solche Kleinigkeiten am Wegrand — die meisten gehen daran vorbei.
Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.
Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.


