17. OktoberSamstag Mäheinsatz am Sendlfleck Helfende Hände gesucht: Treffpunkt 8:15 Uhr bei der Schutzhütte, danach Erntedank- und Heigerfest. Bitte bis 14. Oktober melden. Mithelfen
Vielfaltleben-Gemeindechampion 2010

Ausgezeichnet als artenreichste Gemeinde Österreichs.

2010 wurde Bürmoos aus über 120 Bewerbern zur Gemeinde mit der größten Artenvielfalt gewählt. Ein Ausschnitt dessen, was hier lebt.

Klicken Sie ein Bild an für die große Ansicht.

Dazu kommen Amphibien wie Spring-, Gras- und Laubfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke sowie Kamm-, Berg- und Teichmolch – für den Kammmolch ist das Moor seit 2014 eigenes FFH-Schutzgebiet.

Genauer hingesehen

Wer hier lebt.

Vier Gruppen, die das Gebiet prägen — und an denen sich ablesen lässt, ob die Pflege wirkt.

Vögel

Rohrweihe
Ein Greifvogel feuchter, offener Landschaften. Männchen sind grau-braun, Weibchen dunkler und rötlicher. Sie brütet in Schilfgebieten und auf feuchten Wiesen und baut ihr Nest direkt auf dem Boden; während der Brutzeit versorgt das Männchen Weibchen und Junge. Durch Lebensraumverlust und Pestizideinsatz gefährdet — in ganz Österreich gibt es nur etwa 300 Brutpaare.
Rohrdommel
Lebt im Schilf und ist eine Meisterin der Tarnung: Bei Gefahr streckt sie sich senkrecht nach oben und verschwindet optisch im Röhricht. Ihr dumpfer Ruf trägt kilometerweit und klingt wie ein brüllendes Rind, im Volksmund heißt sie deshalb „Moorochse“.
Wiesenpieper
Ein kleiner Singvogel der offenen Flächen. Er brütet am Boden und ernährt sich von Insekten — und ist damit unmittelbar davon abhängig, dass die Wiesen spät gemäht werden.

Falter und Libellen

Tagfalter
Im Bürmooser Moor wurden unter anderem Kaisermantel, Distelfalter, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Admiral, Schillerfalter, Landkärtchen, Aurorafalter, Zitronenfalter und Ochsenauge nachgewiesen.
Die ersten im Frühjahr
Schon an den ersten warmen Tagen im Spätwinter sind Falter unterwegs. Kleiner Fuchs und Admiral saugen dann gern den süßen Saft geknickter Birken, auch der Zitronenfalter fliegt früh.
Libellen
Sie nutzen die flachen Wasserflächen zum Ablaichen und Schilf und Moorvegetation als Ansitz. Jedes neu angelegte Flachgewässer ist damit unmittelbar auch ein Libellenlebensraum, zuletzt im September 2026 die Krickentenlacke im Rodingerwinkel.
Jahre unter Wasser
Bevor eine Libelle fliegt, lebt sie als Larve im Wasser, je nach Art oft mehrere Jahre, und jagt dort selbst. Bei Führungen zeigt der Verein solche Larven manchmal im Wasserglas.

Amphibien

Frösche und Kröten
Spring-, Gras-, Laub-, Teich- und kleiner Wasserfrosch sowie die Erdkröte. Der Springfrosch kommt besonders häufig vor. Auch die Gelbbauchunke ist zu finden: Ihr genügen schon kleine Pfützen und Gumpen.
Molche
Kamm-, Berg- und Teichmolch. Besonders erwähnenswert ist das Vorkommen des Kammmolchs: Seit 2014 ist das Bürmooser Moor deshalb zusätzlich Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet.
Ausgezeichneter Zustand
Bei einer landesweiten Untersuchung wurden in Salzburg 144 Gewässer auf Kammmolche geprüft. In 76 lebten welche, 16 davon im Bürmooser Moor. Die Population hier ist eine von nur drei im Land mit ausgezeichnetem Erhaltungszustand.
Wenn das Wasser fehlt
Heiße, trockene Frühjahre lassen flache Tümpel schnell schrumpfen. Im Juni 2025 brachte ein Vereinsmitglied mit dem Druckfass 5.000 Liter Wasser aus der Gleislacke zu einem Molchtümpel am Rundweg und rettete so Hunderte Kaulquappen.

Pflanzen

Torfmoose
Die wichtigsten Pflanzen im Moor. Sie bilden die Torfschicht und halten das Wasser zurück — ohne sie gäbe es kein Moor.
Sonnentau
Fleischfressend, weil der Moorboden fast keine Nährstoffe hergibt. Er fängt Insekten und Kleintiere mit klebrigen Tentakeln.
Wollgras
Typisch für feuchte Wiesen und Moore. Die weißen, flaumigen Blütenstände sind unverwechselbar, und die Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
Sumpf-Calla
Calla palustris, auch Sumpf-Schlangenwurz. Bildet dichte Bestände mit herzförmigen Blättern und auffälligen weißen Hochblättern um eine gelbliche, kolbenartige Blüte. Durch menschliche Eingriffe gefährdet.
Pfeifengras
Eine hohe Grasart, die dichte Bestände bildet und für die Stabilität des Torfs wichtig ist.
Moosbeere
Klein und immergrün. Ihre roten Beeren werden von vielen Tieren gefressen, auch von Vögeln.

Auch für Kraniche ist das Moor ein wichtiger Lebensraum. Bitte beobachten Sie alle Arten vom Weg aus — Störungen während der Brutzeit können eine ganze Saison kosten.

Wo was lebt

Vier Lebensräume
auf engem Raum.

Die Artenvielfalt kommt nicht von einem einzigen Biotop, sondern vom Nebeneinander sehr unterschiedlicher Flächen — nass und trocken, offen und beschattet, alt und ganz jung.

Wasserflächen und Schilf Wasserflächen und Schilf Aufgestaute Gräben, Tümpel und Lacken. Hier laichen Frösche, Kröten und Molche, hier jagen Libellen, und im Schilf brüten Rohrdommel und Rohrsänger. Allein im Herbst 2025 wurden zwölf Amphibiengewässer entschlammt und drei neue Flachgewässer angelegt.
Streuwiesen Streuwiesen Spät gemäht, nie gedüngt, Mähgut abgeführt. Diese Kargheit ist der Grund für den Artenreichtum: Knabenkräuter, Schwertlilien, Sumpf-Drachenwurz, Rohrkolben — und die Falter, die davon leben.
Moorwald Moorwald Fichten, Föhren, Birken und Latschen auf ehemaligen Torfstichen, mit hohem Alt- und Totholzanteil. Was liegen bleibt, wird Lebensraum: für Pilze, Käfer, Spechte und Fledermäuse.
Renaturierte Flächen Renaturierte
Flächen
Wo abgetorft wurde, beginnt das Moor von vorn. Wollgras und Torfmoos sind die ersten, die zurückkommen — sie zeigen an, dass der Wasserhaushalt wieder stimmt.
Zum Mitspielen

Wer wohnt wo?

Acht Bewohner, vier Lebensräume. Tippen Sie zuerst auf einen Bewohner und dann auf sein Zuhause. Die Beschreibungen weiter oben helfen.

Wählen Sie einen Bewohner.

Auflösung
  • Wasserflächen und Schilf: Rohrdommel, Kammmolch
  • Streuwiesen: Schwertlilie, Knabenkraut
  • Moorwald: Specht, Baumpilz
  • Renaturierte Flächen: Wollgras, Torfmoos
Streuwiese

Warum hier
gemäht wird.

Mähen im Schutzgebiet wirkt auf viele wie ein Eingriff. Tatsächlich sind Streuwiesen über Jahrhunderte durch die späte Mahd entstanden; ihr Schnitt war früher die Einstreu im Stall, daher der Name. Bleibt die Mahd aus, kommen erst Sträucher, dann Wald, und die lichtbedürftigen Arten verschwinden.

Und warum das Mähgut raus muss: zwei gleiche Wiesen, beide jeden Herbst gemäht. Der einzige Unterschied ist, was danach mit dem Schnitt passiert.

Nährstoffe steigen

Mähgut bleibt liegen

Was liegen bleibt, verrottet und düngt die Wiese. Hohe Gräser und Goldrute nehmen überhand, die Knabenkräuter verschwinden.
Nährstoffe bleiben niedrig

Mähgut wird abtransportiert

Die Fläche bleibt mager. Genau davon leben die seltenen Arten, deshalb trägt der Verein jeden Schnitt hinaus.
8 Jahre
Beobachtungstipps

Mehr sehen, weniger stören.

Früh am Morgen

Die erste Stunde nach Sonnenaufgang ist die beste. Vögel singen, das Licht ist flach, und es ist noch niemand unterwegs.

Vom Beobachtungsstand

Station 16 am Großen Teich ist gedeckt. Von dort lassen sich Wasser- und Singvögel beobachten, ohne sie aufzuscheuchen.

Stehen bleiben statt gehen

Wer sich fünf Minuten nicht bewegt, sieht mehr als auf einem Kilometer Weg. Tiere gewöhnen sich schnell an eine ruhige Silhouette.

Auf die Jahreszeit achten

Amphibien im Frühjahr, Falter und Libellen im Hochsommer, Zugvögel im Herbst. Blüte der Knabenkräuter: Ende Mai.

Fernglas statt Näherkommen

Ein Fernglas ersetzt zehn Schritte. Die zehn Schritte kosten das Tier unter Umständen die Brut.

Bei Nebel besonders schön

Aber nur auf dem markierten Weg — die Orientierung fällt im Nebel schwer, und die Wegränder täuschen.

Ein Millimeter im Jahr

Das Moor braucht Zeit. Wir haben sie.

Für zwölf Euro im Jahr werden Sie Teil einer Arbeit, die in Jahrzehnten gerechnet wird – und die schon heute sichtbar ist.